Sunday, 6 November 2011

Maids & Necrons

Ich weile noch immer in Fernost und Tabletop ist hier, genauso wie das Pen & Paper Rollenspiel, eine kaum wahrgenommene Nebenerscheinung. Kein Wunder, bei dem ganzen anderen "kranken" Shit mit dem man sich hier die Zeit vertreiben kann (*lach*). Am Donnerstag war ich u.a. mit Freunden wieder einmal in der heimlichen Welthauptstadt aller Nerds - Akihabara. Dort besuchte ich zum ersten Mal ein sog. Maid-Cafe und es war eine durchaus interessante Erfahrung...

Im örtlichen Games-Workshop-Laden konnte ich zudem eine aktuelle Ausgabe des White Dwarf erstehen und habe darin bereits ausgiebig geschmöckert. Die neuen Necrons gefallen mir durch und durch gut und ich freue mich schon darauf den Codex in den Händen zu halten. Endlich sind die alten Blechkübel in der 5. Edition angekommen und die bisher mir bekannt gewordenen Regelbrocken klingen durchaus interessant. Im Hintergrund scheint sich ebenfalls einiges getan zu haben und daher wird in naher Zukunft sicherlich noch das ein oder andere neue Modell seinen Weg in meine bestehende Armee finden.

Noch wichtiger ist jedoch, dass ich beschlossen habe meine bestehenden Necrons noch einmal zu überarbeiten. Zu Recht ist mir in der Vergangenheit mehrfach vorgeworfen worden, ich hätte diese Armee seinerzeit einfach schnell hingeschludert. Bis auf wenige Ausnahmen, wie z.B. den Gaukler oder den Monolithen habe ich mir wirklich keine besondere Mühe bei der Bemalung gegeben und ich spielte zuletzt sogar schon mit dem Gedanken die Armee zu verkaufen.   

Mir gefällt das Standard-Farbschema der neuen Eliminatoren ziemlich gut und zudem kann ich dafür auf der bisher vorhandenen Bemalung aufbauen. Meine bestehenden Einheiten bekommen folglich ebenfalls schwarze Panzerplatten/Waffen mit und ggf. weiße Gesichter verpasst. Sobald ich in Deutschland zurück bin, werde ich das an ein paar Testminis probieren und meine Ergebnisse dann wie gewohnt hier präsentieren.

Der Artikel von "From the Warp" zu den Skarabaen kommt da genau richtig. Das wird dann direkt mein erster Abformversuch mit "Oyumaru" (siehe den letzten Beitrag) und die alten Bases werden entsprechend aufgemotzt.

Allen, die es auch einmal hier nach Japan verschlägt und die dem Hobby weiter fröhnen möchten, lege ich noch diese Seite mit einer guten Zusammenstellung verschiedener Hobbyshops im Großraum Tokyo ans Herz:

http://tokyo-hobby-shops.geraet040.net/

Ich verbleibe mit freundlichen Hobby-Grüßen! - Tala

Monday, 3 October 2011

GW in Japan III & Oyumaru

Momentan ruht das TT-Hobby leider wieder etwas, da ich berufsbedingt in Fernost unterwegs bin und den ganzen Hobbykram vorerst eingelagert habe. Vor etwas mehr als einem Jahr, hatte ich ja bereits zwei GW-Läden im Großraum Tokyo einen Besuch abgestattet (die entsprechenden Blogeinträge sind hier und hier zu finden). 

Der Laden (Hobby Center Nakano) von heute ist im Nakano-Broadway im Westen Tokyos zu finden. Das Angebot unterscheidet sich auch hier nicht von dem anderer GW-Läden (warum sollte es auch?). Dank des aktuell echt schlechten Umtauschkurses von Euro in Yen, ist das Hobby hier aber noch unerschwinglicher geworden. Beispielsweise würde ich hier im Laden für eine Box Plastikscouts über 30 Euro bezahlen! Dreadfleet würde umgerechnet sogar 150 Euro kosten!!!

GW Hobby Center Nakano

A propos. - Ich weiß zwar nicht, wie "Dreadfleet" in Deutschland ankommt, doch hier scheint das eine echte Totgeburt zu werden. Mich persönlich macht dieses "Stand-Alone-Spiel" überhaupt nicht an und 90 Euronen fuer ein Brettspiel ist mir einfach zu teuer. Im Vergleich zu Space Hulk kann man dann hierbei die Miniaturen für ein anderes aktuelles GW-Spiel noch nicht einmal fremdverwerten. Jedenfalls war der Stapel an "Dreadfleet"-Boxen völlig unangetastet. Das mag einmal am Preis liegen und andererseits daran, dass hier in vielen Spielerhaushalten schlichtweg der Platz fehlen duerfte.

Obwohl es bereits früher Abend war, herrschte insgesamt kein großer Andrang und es war auch nur ein einziges Redshirt im Laden zu sehen. Ich hatte gehofft vielleicht einen White Dwarf zum Thema "Necrons 2011" zu erstehen, doch auf dem Cover prangte nur "Dreadfleet"... *määh*

Übrigens verfolgte mein Freund hier das Hobby nach dem Kauf der Black Reach Grundbox nicht mehr weiter und daher werde ich hier vorerst wohl auch nicht zum Spielen kommen.

Braucht einer zufällig noch eine Box?

Ansonsten habe ich mir noch in einem anderen Geschäft ein paar Streifen dieses ominösen "Oyumaru" zugelegt, von dem bestimmt schon einige etwas gehört haben oder dieses bereits benutzen. Es ist auch unter dem Namen "Instant Mold" bekannt und ist eine besondere Form von Resin, was man zunächst in heißem Wasser weich macht. Dann drückt man das abzuformende Teil in das "Oyumaru" und lässt es erkalten. Anschließend kann man wie gewohnt mit Greenstuff o.ä. seine Bitze-Minis anhand der Form vervielfältigen. Das Video veranschaulicht es ganz gut:


Geil, oder? Dabei ist das Zeug auch noch unschlagbar preiswert. Ich habe hier für 7 Streifen ca. 3 Euro bezahlt. In vielen deutschen Webshops ist es für etwas mehr ebenso käuflich zu erwerben. Ich freue mich schon auf meine ersten Versuche. Bisher waren meine Abformergebnisse mit anderen Werkstoffen nicht so zufrieden stellend und vor allem zeitaufwändig.

Vor gut 3 Wochen war ich auch noch auf der Tokyo Games Show, doch im Hinblick auf die bekannten TT-Universen gibt es nichts zu berichten. So war z.B. THQ überhaupt nicht vertreten und auch vom in Entwicklung befindlichen Warmachine-Spiel war nix zu sehen.

Bis bald, 
Euer Tala! 

Friday, 26 August 2011

Infinity Testlauf & persönliches Fazit

Wie angekündigt, fand gestern ein erstes Testspiel mit dem mir völlig neuen Spielsystem Infinity von Corvus Belli statt. Dem geneigten Leser werden höchstwahrscheinlich zumindest die Spielmechanismen von einigen Games Workshop Titeln vertraut sein, so dass ich dazu direkte Vergleiche ziehen möchte.

Leider habe ich nicht eine einzige Mini spielfertig bemalt bekommen, so dass ich mit entsprechenden Bildern geizen muss. Immerhin sind die Miniaturen von mir wenigstens entgratet sowie gebased worden. Zudem habe ich die passenden Marker und Schablonen vorbildlich vorbereitet.


Wir spielten einen offenen Schlagabtausch mit 150 Punkten pro Seite. Hier tat sich bereits das erste Manko im Vergleich zu den GW Titeln auf. In den Regelbüchern selbst sind zwar die kompletten Armeelisten aller Fraktionen und die Hintergrundinfos enthalten, doch leider keine Missionen/Szenarien wie man sie z.B. von Warhammer 40.000 kennt. Phantasie ist also ab einem gewissen Punkt gefragt oder man schaut ins Netz, in dem sich langsam dann doch einiges an entsprechenden Missionen/Szenarien findet. 

Vor dem Spiel einigt man sich auf eine bestimmte Armeegröße bzw. einen Punktewert und stellt sich seine Armee entsprechend zusammen. Feste Sektionen wie HQ, Elite, Sturm etc. gibt es in diesem Sinne bei Infinity nicht. Vielmehr muss in der Armee lediglich mind. ein Leutnant enthalten sein, der aus allen möglichen Truppentypen stammen kann und vielmehr einen reinen Titel darstellt. Manchmal kostet er mehr als ein vergleichbares Modell des gleichen Typs und hat stellenweise eine etwas andere Ausrüstung, doch dies ist eher die Ausnahme. Der Rest der Armee kann dann unter Berücksichtigung der Verfügbarkeit der einzelnen Truppentypen im Prinzip frei zusammengestellt werden. Elite-Einheiten sind naturgemäß rarer als ein 08/15 Infanterie Trupp und dies wird durch einen bei der Auswahl entsprechend zu berücksichtigenden Wert gekennzeichnet.

Je 50 ausgewählte Punkte in der Armeeaufstellung erhält man einen Punkt zur Auswahl von schweren Unterstützungswaffen, so dass man z.B. in einer Armee mit 150 Punkten bis zu 3 Unterstützungswaffen-Punkte ausgeben kann. Einige besondere Modelle erhöhen die vorhandenen Unterstützungswaffen-Punkte sogar. Das System funktioniert recht gut und beugt in dieser Hinsicht zusätzlich allzu unausgewogenen Listen vor.
Da es bei Infinity auch einige wenige echt heftige Charaktermodelle gibt, sollte man sich bei einem Freundschaftsspiel über deren Einsatz ggf. vorher absprechen, da diese echt mächtig sind und die Spielbalance hierunter mitunter erheblich leiden kann.

Besonders positiv hervorheben möchte ich den durch Hersteller bereit gestellten Online-Armeelistengenerator, der kinderleicht zu handhaben ist und mit dem man sich völlig kostenlos seine Armeelisten zusammenstellen und direkt ausdrucken kann. Darin sind direkt alle spielwichtigen Profile und Ausrüstungen in optisch ansprechender Form enthalten. Einfach perfekt gelöst!

Die Listen sind eigentlich farbig, doch ich habe nur einen s/w-Laserdrucker.

Alle Einheiten haben Profilwerte, die ihre Eigenschaften im Kampf widerspiegeln und entsprechende Tests hierauf werden mit Würfen auf einem W20 abgehandelt. Dabei braucht man selten mehr als 2-3 Würfel auf einmal und es gibt entsprechend kein Würfelmassaker wie bei einigen GW-Systemen. Die Beherrschung von Addition und Subtraktion ist eine wichtige Grundvoraussetzung. Bei allen möglichen Tests werden nämlich Modifikatoren auf den Grundwert angerechnet und es finden stellenweise auch vergleichende Würfe zwischen den Spielern statt.Es gibt sogar die Möglichkeit verheerende kritische Treffer zu verursachen.

Wie spielt sich Infinity nun? Im Prinzip wie jedes andere Tabletop auch. Ich habe eine Platte mit möglichst viel(!) Gelände und darauf werden die Armeen positioniert. Wenn nun ein Spieler am Zug ist, so richtet sich die Zahl seiner "Aktionen" im Grundsatz nach der Anzahl seiner Figuren auf dem Tisch (Sonderregen jetzt mal außen vor).
Jede Figur steuert somit einen sogenannten Befehl zum Befehlspool bei. Bei 5 Miniaturen, stehen mir somit rein theoretisch 5 Befehle zur Verfügung. Teile ich nun einer Mini einen Befehl zu, so kann diese sich vereinfacht gesagt bewegen und/oder eine Fähigkeit wie z.B. Schießen einsetzten oder sich noch einmal bewegen.

Dank der großen Schablone sieht man glücklicherweise kaum noch etwas von den blanken Minis...

Ich bin nicht verpflichtet jeder Figur aus dem Befehlspool einen Befehl zu geben und kann somit einer Figur auch alle Befehle hintereinander geben. Es spräche also nichts dagegen in meinem Beispiel einem besonders fähigen Kämpfer alle 5 Befehle aus dem Pool zu geben und der läuft dann übers Feld und ballert munter alles über den Haufen.
Zu beachten ist jedoch, dass der Gegner im Prinzip auf jeden meiner erteilten Befehl direkt reagieren kann, auch wenn es eigentlich nicht seine Runde ist. Vereinfacht gesagt, ist dies mit der Feuerbereitschaft aus GW-Systemen wie z.B. Necromunda oder WH40k der 2. Edition vergleichbar. Bei Infinity beschränken sich die Reaktionen aber nicht nur auf das Zurückschießen.
Dieses System von Aktion des aktiven Spielers und direktem Konter des reaktiven Spielers ist eine der großen Stärken von Infinity und dies macht das Spiel sehr dynamisch und interaktiv. Man muss wie beim Schach immer ein paar Züge voraus denken und ständig aufmerksam sein. Das automatische Zurücklehnen wie bei 40k, solange man dort nicht Rüstungs- oder Rettungswürfe machen muss oder sich im Nahkampf befindet, entfällt somit.

Dieses kleine Video erklärt das eben Beschriebene noch einmal ganz anschaulich:


Um Missverständnisses vorzubeugen - das Infinity Grundregelwerk umfasst lediglich knapp 60  Seiten und ist damit vom Umfang her mit dem von Warhammer 40.000 vergleichbar. Allerdings sind die Infinity Regeln stellenweise wirklich ziemlich unübersichtlich aufgebaut und oft sucht man sich einen Wolf. Bei unserem Spiel hatten wir nebenbei einen Rechner mit Internetzugang stehen und konsultieren bei Unklarheiten das Infinity Wiki. Das ging einfach schneller.

Durch die Fülle an Spezialfertigkeiten und der großen Auswahl an verschiedenen Fraktionen und Ausrüstungsoptionen ist Infinity zwar komplex, doch gleichzeitig macht es auch unheimlich viel Spaß. Abgesehen von der Investition in passende Geländestücke, ist Infinity ein recht kostengünstiges Spielsystem. Dank entsprechender Starterboxen hat man schnell für 50 - 100 Euro eine große und schlagkräftige Truppe zusammen gestellt und die Spielregeln gibt es auf der Herstellerseite komplett kostenlos als Download. Somit kann man in Prinzip nicht viel falsch machen und wer sich momentan nach einem neuen System umsieht, der sollte Infinity eine Chance geben. Da die Community in Deutschland stetig wächst, findet sich zumindest in der Nähe von größeren Städten immer ein Mitspieler.

In meinem Testspiel gegen Lions Aleph-Truppe, bin ich etwas zu unbedacht nach vorn gestürmt und daher wurden meine schlagkräftigsten Modelle schnell durch feindlichen ausgeschaltet. Unsere beiden Testlisten waren auch alles andere als ausgewogen und gut durchdacht.
Nach ein paar Spielzügen hatten wir beide die Spielmechanik recht gut verinnerlicht und insbesondere die vergleichenden Würfelwürfe brachten eine Menge Spaß. Damit das Spiel wirklich flüssig läuft, bedarf es wohl noch einiger weiterer Spiele und ich freue mich schon darauf.

Weitere Fragen beantworte ich nach Möglichkeit gern.