Saturday, 18 December 2010

Review zu "Ultramarines" der Film

Allen Unwetterwarnungen zum Trotz fand sich gestern ein kleiner aber feiner Haufen Aleatoren ein, um den neuen Ultramarines-Film zu schauen. Ich möchte an dieser Stelle meinen Senf zu dem Flim an sich abgeben, ohne allzu viel über den Inhalt zu verraten.

Der Film kommt in einem schicken Pappschuber mit Hardcover-Comic (32 Seiten) und Metall-DVD-Hülle, in der sich die beiden DVDs befinden. Auf der einen DVD ist der Film mit seinen 76 Minuten Länge und auf der anderen Disc befinden sich die Bonus Features wie ein Making Of, Interviews etc. Für seine ca. 20 € (Porto raus gerechnet) hat man auf jeden Fall ein "wertiges" Produkt in den Händen.

 

Der Inhalt des Comics reißt kurz die Vorgeschichte zum Film an. Also, wie eine handvoll Neophyten zu Space Marines wurden. Das ist zwar nett, mehr aber auch nicht. So mancher Warhammer Monthly Comic gefiel mir da alleine vom Stil her besser. Aber gut, das ist Geschmackssache.

Ich möchte noch anmerken, dass der Film sich an Leute richtet, die mit 40k auch etwas anzufangen wissen. Abgesehen von dem Comic und ein paar drögen Phrasen zu Beginn des Films wird sonst eigentlich nichts weiter zum Hintergrund erklärt, was "normale" Leute etwas im Regen stehen lässt. 

Es wurde viel über die Optik des Films geschimpft. An das Niveau des DOW II Intros kommt er auch wirklich nicht heran. Die meisten Schauplätze der Handlung sind langweliig und leer gefegt. Nicht umsonst spielt der Film zum großen Teil an Bord eines Angriffskreuzers und in der Einöde. Gut, mehr Details kosten mehr Arbeit, Geld und Zeit, doch angesichts der teilweise merkwürdig anmutenden Physik des Film und der Bewegungen der Marines fällt es auch einem Fanboy schwer alle Augen zuzudrücken. Die Rüstungen sind allerdings gut und detailliert gelungen und in Innensequenzen mit wenig Bewegung sieht der Film dann auch richtig gut aus! Wenn die schon dieses Voice-Capturing gemacht haben, weshalb nicht auch direkt die gesamten Bewegungen capturen?

Über den Sound und die Musik kann ich nicht viel sagen. Die Musik schien okay zu sein. Sie ging mir auf jeden Fall nicht auf den Zeiger, gleichzeitig kann ich mich aber auch gar nicht an sie erinnern. Die englische Sprachausgabe passt gut, die deutsche soll dagegen nicht so toll und etwas hölzern sein. Leider habe ich gestern völlig vergessen das noch  zu checken. Insgesamt ist der Film aber etwas zu leise und man muss die Boxen schon lauter als normalerweise drehen.
An zwei Stellen im Film war der Sound zudem so schlecht abgemischt, dass es erhebliche Schwankungen in der Lautstärke gab und man das Gesagte gar nicht mehr verstehen konnte. Ein Verlust ist dies aber nicht, da die Dialoge ohnehin ziemlich platt sind. Immerhin ein Gutes haben sprechende Ultramarines an sich - und zwar wissen wir nun wie man Macragge richtig ausspricht. Mäkrääg? Mäkrääg !

Im Film bewegen sich Marines flink wie Wiesel, hölzerne Wiesel und Servorüstungen sind im Prinzip absolut. Die Rüstungen sind leicht disproportioniert, scheinen kein Eigengewicht zu haben und funktionieren zudem völlig geräuschlos. Chaoten und Ultras hätten auch nackt herumlaufen können, so wie die durch Beschuss und im Nahkampf zerpflückt wurden.
Überhaupt gewinnt man nicht den Eindruck, dass es sich bei den Ultramarines um die Elitekrieger des Imperiums handelt. Sie sterben wie die Fliegen und da es im Film keine Möglichkeit zum Vergleich mit normalen Menschen gibt, sei es bei der Ausrüstung, der Größe und den Fähigkeiten, wirken die Marines ziemlich unelitär. Von den Chaoten mit ihren Äonen an Erfahrung ganz zu schweigen. Was zum Teufel macht denn eine ganze Kompanie von Imperial Fists auf diesem verschissenen Planeten ohne ein Schiff in der Nähe und ohne ein einziges Fahrzeug? Eine ganze Kompanie reicht normalerweise aus, um z.b. eine Rebellion niederzuschlagen oder einen ganzen Krieg zu führen!

Gut ist hingegen die Darstellung der Funktionsweise der Bolter gelungen. Auch die Art und Weise wie sich der Land Speeder fortbewegt, überzeugt. Trotzdem gibt es noch genug Sachen, die einen den Kopf schütteln lassen. Was soll die Kapelle direkt zwischen den Triebwerken des Angriffskreuzers? Was sollte das mit dieser doofen Aura aus dem Crozius des Ordenspriesters? Warum lassen die Marines den Land Speeder einfach so auf diesem doofen Planeten zurück? Überhaupt ist alles eine regelrechte Materialschlacht und -verschwendung und nix ist mit "Honour your wargear."usw.

Die ach so hoch gelobte Story, die die anderen Schwächen ausbügeln soll, ist recht simpel gestrickt. Spannung sieht leider anders aus. Gäbe es ein Film zum Buch, so wäre dieses nur zwischen 30 - 50 Seiten lang, und hätte also eher den Charakter einer Kurzgeschichte. Daher fällt es schwer Sympathien für die einzelnen Charaktere zu entwickeln, geschweige denn sich für diese zu interessieren, da diese ziemlich "blass" daher kommen und der Film einfach zu kurz ist.

Der Film mit seinen 76 Minuten nicht gerade lang und mit den Abstrichen bei der Optik und der kurzweiligen Handlung, sehe ich ihn weniger als einen "echten" Film. Vom Gefühl und dem Anspruch her, ist "Ultramarines" irgendwo zwischen einer 25-minütigen Episode einer Fernsehserie und einem Pilotfilm für eine ebensolche angesiedelt. Nix halbes und nix ganzes eben.


Fazit: Der Film macht das 40k-Universum nicht besser aber auch nicht schlechter. Er hat einfach zu viele Schwächen um ihn "richtig" gut zu finden und um sich mitreißen zu lassen. Daher kann ich "Ultramarines" nur 5 von 10 möglichen Punkten geben.
Jemand, der nichts mit 40k am Hut hat und die Sache neutraler sieht, dürfte den Film eher schlechter finden. Es bleibt zu hoffen, dass dies nur der erste wirkliche kommerzielle Versuch einer filmischen Umsetzung ist und der nächste Film, alleine wegen der nun gewonnenen Erfahrung, besser wird.


Auf BOLS gab es die Woche noch einen neuen Originalausschnitt aus dem Film zu sehen (leider ist der Ton sehr leise):


Für die knapp 32 €uronen werde ich mir den Film nicht holen (siehe auch unten), sollte er jedoch wie angekündigt nächstes Jahr als normale Edition auch im Laden regulär erhältlich sein, werde ich darüber nachdenken.

 * * *

Zwei von uns hatten sich den Film in einer Bestellung geordert. Der eine Film war schon Dienstag da, der andere brauchte noch zwei Tage länger. WTF?! Dazu muss man wissen, dass jeder Film einzeln versandt und abgerechnet wird. Mittlerweile wurde der Webshop  umgestaltet und es wird nur noch ein Komplettpreis angegeben. Vorab konnte man sehen, dass die Portokosten gut 10 € ausmachten. Bei jedem bestellten Film werden die Portokosten fällig und diese kumulieren sich entsprechend. Bei einer Sammelbestellung von 10 Filmen gibt es also keine Ersparnis in irgend einer Form, da jeder Falm für sich abgerechnet und einzeln versandt wird.
So ein Quatsch! Auf eine Emailanfrage zu dem Thema bzgl. der kumulierenden Versandkosten bekam ich folgende Antwort:
Hi Talarion!
 The orders are processed as part of a VAT exemption scheme and therefore need to be treated separately.
We hope that you will consider the delivered price of EU31 as good value and not focus on the how this has been split out for us to be tax efficient.

Support Team
Super - alles also volle Absicht. Für mich ein absolutes K.O.-Kriterium, den Film nicht zu bestellen. Das Ganze lässt sich schön auf ein Zitat eines der Produzenten auf dem GD reduzieren: "GW gave us the rights to make it, but no money."

No comments:

Post a Comment